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Podium Falkensee

Warum wir im März pausieren und im Herbst neu ansetzen


Manchmal ist es notwendig, innezuhalten, auch wenn man sich wünscht, weiterzugehen. Nicht aus Resignation, sondern aus Verantwortung gegenüber dem eigenen Anspruch, dem Publikum – und dem offenen Diskurs selbst.


Das für den 21. März geplante Podium Falkensee in der Tanzschule Dallgow-Döberitz wird in dieser Form nicht stattfinden. Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen. Sie ist das Ergebnis eines längeren, intensiven Prozesses, den ich hier transparent machen möchte.


Der Anspruch: kontrovers, respektvoll, diskursoffen


Das Podium Falkensee, getragen von der MenschheitsFamilie, ist von Beginn an als Ort gedacht gewesen, an dem unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen dürfen – und sollen. Kein Gleichklang, keine Echokammern, sondern ernsthafte Gespräche zwischen Menschen, die nicht dasselbe denken, aber bereit sind, einander zuzuhören.

Für die Veranstaltung im März war vorgesehen, das Podium von Patrik Baab moderieren zu lassen – ein Moderator, der für strukturierte Gespräche, klare Nachfragen und einen respektvollen Umgang mit unterschiedlichen Positionen steht.

Inhaltlich sollte es um eine der zentralen Fragen unserer Zeit gehen:

Wer bestimmt eigentlich, was als Wahrheit gilt? Wer besitzt Deutungshoheit? Wie entstehen gesellschaftliche Narrative – und durch wen werden sie verbreitet, stabilisiert oder auch sanktioniert?

Diese Fragen betreffen uns alle. Sie berühren Medien, Politik, Wissenschaft, soziale Netzwerke, kulturelle Machtverhältnisse – und nicht zuletzt unser eigenes Denken.


Zwei Monate Einladung – keine Zusage


In den vergangenen zwei Monaten habe ich zahlreiche Persönlichkeiten eingeladen: Menschen aus dem sogenannten alternativen Raum ebenso wie Vertreter aus etablierten, medial sichtbaren Kontexten. Ziel war es, echte Kontroversen zu ermöglichen – nicht inszeniert, sondern substanziell.


Das Ergebnis war ernüchternd: Trotz vieler Gespräche, Anschreiben und Nachfassungen kam keine verbindliche Zusage zustande.


Die Gründe dafür sind unterschiedlich – Zeitmangel, Zurückhaltung, thematische Sensibilität, Sorge um öffentliche Zuschreibungen. Was auch immer im Einzelnen ausschlaggebend war: Ein Podium lebt von seinen Stimmen. Und ein Diskurs verliert an Glaubwürdigkeit, wenn entscheidende Perspektiven fehlen.

Ein Podium um jeden Preis zusammenzustellen, nur um einen Termin zu halten, hätte meinem eigenen Anspruch widersprochen.


Warum Absagen manchmal ein Zeichen von Integrität sind


In einer Zeit, in der Veranstaltungen oft entlang vorhersehbarer Linien besetzt werden, halte ich es für legitim – ja notwendig –, nicht auf Quantität oder bloße Durchführung zu setzen.

Ein Podium, das sich mit Wahrheit, Macht und Deutungshoheit beschäftigt, muss selbst den Mut haben, Konsequenzen zu ziehen, wenn die inhaltliche Substanz nicht gewährleistet ist.

Deshalb habe ich mich entschieden, die Veranstaltung im Frühjahr abzusagen.

Alle bereits gekauften Tickets werden selbstverständlich vollständig erstattet. Wer bereits Karten erworben hat, soll keinen Nachteil erfahren – im Gegenteil: Diese Unterstützung weiß ich sehr zu schätzen.


Der Blick nach vorn: ein neuer Anlauf im Herbst


Die Entscheidung, den Märztermin ausfallen zu lassen, ist keine Absage an das Thema – sondern ein Bekenntnis dazu. Ich plane derzeit, das Podium am 18. Oktober 2026 neu anzusetzen. Das Datum ist bewusst offen gehalten, um ausreichend Zeit zu haben, eine wirklich erstklassige Gesprächsrunde zusammenzustellen.


Eine Runde, die:

  • unterschiedliche gesellschaftliche Positionen abbildet

  • Diskursfähigkeit über Lagergrenzen hinweg mitbringt

  • sich nicht scheut, auch unbequeme Fragen zuzulassen

  • ohne Moralisierung, Zuschreibungen oder Etikettierungen auskommt


Warum diese Fragen nicht warten können


Die Frage nach Wahrheit ist keine abstrakte philosophische Übung. Sie entscheidet darüber,

  • welche Stimmen gehört werden,

  • welche Perspektiven als legitim gelten,

  • welche Narrative dominieren,

  • und wie gesellschaftlicher Konsens überhaupt entsteht.


Wer verfügt über die Macht, Wirklichkeit zu rahmen? Über welche Medien, welche Institutionen, welche sozialen Mechanismen geschieht das? Und wie frei sind wir wirklich in der Bildung unseres eigenen Weltbildes?


Diese Fragen betreffen Journalismus ebenso wie Bildung, Politik, Wissenschaft und digitale Öffentlichkeiten. Sie betreffen Eltern, Jugendliche, Lehrkräfte, Medienschaffende – letztlich jede und jeden von uns. Gerade deshalb braucht es Orte, an denen diese Fragen ohne Angst, ohne Vorverurteilung und ohne Denkverbote verhandelt werden können.


Einladung zum Dranbleiben


Ich danke allen, die das Podium und das Symposium Falkensee bisher begleitet, unterstützt, beworben oder durch den Ticketkauf möglich gemacht haben. Diese Unterstützung ist kein Selbstläufer – sie ist ein Vertrauensvorschuss.


Mein Ziel bleibt es, einen Raum zu schaffen, in dem echter Diskurs möglich ist. Nicht laut, nicht schrill, nicht belehrend – sondern ernsthaft, offen und respektvoll.


Ich freue mich, wenn wir diesen Weg gemeinsam im Herbst fortsetzen.


Weitere Informationen zum neuen Termin und zur Besetzung des Podiums folgen rechtzeitig hier auf der Website der Menschheitsfamilie.


Daniela Schramm



 
 
 

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