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"Kann man den Medien vertrauen?"

Aktualisiert: 3. Nov. 2023

Ein Wochenende in Falkensee und Berlin mit Daniele Ganser


Das Wochenende ist verflogen. Ein Event in Falkensee, was gute 10 Monate Vorbereitung gekostet hat, ist in Lichtgeschwindigkeit an mir vorbeigerast. Was bleibt, sind die Erinnerungen und das Nachdenken darüber, was dort eigentlich passiert ist.


„Kann man den Medien vertrauen?“ war das Thema, was ich mir für meinen 2. Vortrag in Falkensee 2023 gewünscht habe. Es ist ein Thema, das tief mit meiner ostdeutschen Vergangenheit verwurzelt ist – dass aber in den vergangenen Monaten und Jahren noch einmal eine ganz andere Dynamik entwickelt hat. Ich weiß, wie viel Zeit und Mühe es gekostet hat, sich durch den Dschungel der alternativen Medien zu schlagen, sie überhaupt erst einmal ausfindig zu machen. Da vergehen Stunden und Tage mit dem Aufspüren von Links und Verknüpfungen, mit dem Studieren von Kommentaren und dem immerwährenden Eingeben von Namen der Menschen, die vermeintlich kritisch sind auf der Suche nach Ihren Publikationen...so habe ich im Mai 2022 das erste Mal den Namen Daniele Ganser gelesen.


Das war der Beginn einer Reise nach Falkensee, in einen Ort, an dem ich mich mit seinen wunderbaren Menschen, die mit ihrer Arbeit dort in der Stadthalle uns so großartig unterstützen, so aufgenommen und wohl gefühlt habe, dass ich es immer noch als ein großes Geschenk empfinde, gerade dort mit unserem Event gelandet zu sein.


Für mich ist es schon immer ein innerer Antrieb und ein Herzenswunsch gewesen, Menschen zu verbinden, in Kontakt zu bringen, auch und gerade mit ihren elementaren Bedürfnissen, mit ihren Gefühlen, ihren Sehnsüchten und ihrer Intuition. Vielleicht war dies der Motor, der mich angetrieben hat, als ich im August 2022 auf Daniele zuging, um für ihn einen Vortrag in Berlin zu organisieren. Dabei hatte ich vom ersten Moment an, als ich ein Video aus dem Jahre 2015 im Berliner Babylon Kino sah, das Gefühl, dass dieser Friedensforscher aus der Schweiz an der gleichen Strippe zieht wie ich – und sich unsere unterschiedlichen Talente gut miteinander vereinen können.


Als es dann tatsächlich ein glücklicher Zufall wollte, dass in der Stadthalle Falkensee ein Termin offenstand, der auch mit Danieles Kalender perfekt harmonierte, habe ich zu keinem Zeitpunkt gezögert und gedacht: Das schaffe ich!


Was seitdem in meinem Leben passiert ist, habe ich weder vorher erahnt, noch herbeigesehnt, es ist einfach geschehen. Aus einem Vortrag mit Daniele Ganser entstand in Windeseile das „Symposium Falkensee“ – ein wunderbarer Ort, zu dem Menschen sich zusammenfinden und mit den unterschiedlichsten Referenten zu ganz vielfältigen Themen diskutieren, die unsere Gesellschaft aktuell bewegen. Im März 2023 kamen Wolfgang Wodarg, Marius Krüger und Hauke Ritz, im September 2023 wurden Ulrike Guérot, Daniela Dahn und Michael Hartmann empfangen. Ich kann auf so viele neue Begegnungen im Laufe des Jahres mit Menschen zurückblicken, die mein Leben extrem bereichert haben. Die meinen Horizont erweitert haben, die mehr Verständnis für viele Dinge, die um uns herum geschehen, geschaffen haben. Und ich glaube und wünsche mir, dass es all den Menschen, die zu den Vorträgen und Veranstaltungen kommen, genauso geht. Ich spüre eine große Dankbarkeit auch in den Begegnungen vor Ort. Das gibt mir viel Kraft, die ich brauche, denn auch meine große Familie soll in dem ganzen Trubel nicht untergehen und zu kurz kommen.


Besonders spannend ist für mich immer der Moment, in dem ich auch die Möglichkeit bekomme, ein kleines Stück in die Seele meiner Referenten zu schauen: wie sind sie privat? Wie öffnen Sie sich im Gespräch über ihre aktuellen Themen im Leben, denn jeder einzelne ist in den letzten Monaten und Jahren aufgrund der sehr kritischen Haltung zu politischen und gesellschaftlichen Themen unter Beschuss durch die Politik und die Mainstreammedien geraten.


Bei einigen geschieht das ganz schnell und man bekommt eine Ahnung davon, was es heißt, inneren Widerstand zu leisten gegen Hetze, Diffamierung, Beleidigung und Abwertung der geleisteten Arbeit. Das ist ein Volkssport der medialen Elite geworden, der unheimlich viel innere Gelassenheit und einen achtsamen Umgang mit sich und seinen Gedanken erfordert.


Das sind auch Momente, die mir sehr nahe gehen und die mich manchmal ziemlich traurig stimmen. Doch auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die sehr laut, plump und unqualifiziert in das ganz persönliche Leben anderer eindringen, habe ich das Gefühl, dass es nicht so viele sind, wie wir immer denken. Werden große Widerstände gegen Vorträge angekündigt, kommen wenige, die Krach machen und sich einem offen angebotenen, fairen Diskurs nicht stellen wollen. Das ist schade. Aber sie haben ihre Gründe, warum das so ist.


Auch das sind Erkenntnisse, die ich in den letzten Jahren reichlich sammeln konnte. Wir können Menschen nicht umkrempeln oder versuchen, sie zu verändern. Die Veränderung muss aus ihrer innerste Seele herauskommen, der eine braucht mehr Zeit als der andere. Wir können Impulse geben, wir können uns diese Vorträge immer wieder anhören, sie weitertragen, Bruchstücke und Ideen, Episoden und Geschichten, die wir mit nach Hause nehmen. Wir können Sie erzählen, wenn wir mit den Kollegen zusammen essen gehen, wenn wir im Garten den Nachbarn am Zaun treffen, wenn wir auf dem Spielplatz mit den anderen Mamas und Papas sitzen, wenn wir beim Einkaufen an der Kassenschlange warten...


Und was passiert am Tag danach, wenn die Vorträge beendet sind mit dem Friedensforscher? Erschöpfung ist da, aber auch wieder viel Energie, ein paar Interviews auf dem Weg zum Flughafen. Das ist anstrengend, aber auch spannend und wichtig, um die vielen unterschiedlichen Gedanken zu den bewegenden Themen unserer Zeit in die Welt zu tragen.


Und es sind viele gute Gedanken, sehr menschenachtende und empathische Gefühle, eine Verbundenheit mit dem Leben auf diesem Planeten und eine Glückseligkeit, hier sein zu dürfen und dafür dankbar und demütig zu sein.


Und ich sehe schon wieder die Vorfreude auf die nächsten Begegnungen in den Tagen danach, auf die vielen Menschen, die glücklichen Gesichter, die Bühne, die dann ganz alleine ihm gehört und auf der er sich so wohl und zu Hause fühlt.


Danke, dass du hier warst, Daniele...


(Fotos: Sara Walker)





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